Beginne immer mit Warum.

Die Rückkehr der Investmentritterlichkeit
Ein wertebasierter Investmentblog

1774 gründete der niederländische Kaufmann van Ketwich mit Eendragt Maakt Magt den Fonds, der als erster Investmentfonds der Geschichte gilt.

Eintracht macht stark.

Allein dieser Satz erzählt mehr über Kapitalanlage als viele moderne Börsenpodcasts.

Viele Menschen bündelten Kapital.
Das Kapital wurde breit verteilt.
Risiken wurden reduziert.
Zukunft wurde gemeinsam gestaltet.

Erfolg entstand durch Teilen.

Pars pro toto.

Der Teil steht für das Ganze.

Schon vor Udo Keller ein kluger Gedanke.

Ein Teil kann das Ganze sichtbar machen.
Eine einzelne Entscheidung kann Haltung zeigen.
Ein Investment kann eine Welt finanzieren.
Ein Gespräch kann Zukunft verändern.

Der Blick zurück lohnt sich.

Jede Zukunft hat eine lange Vergangenheit.

Diese rabbinische Weisheit trifft Kapitalanlage mitten ins Herz.

Der Ursprung des Investierens war gemeinschaftlich.
Menschlich.
Verantwortlich.

Ein einzelner Mensch konnte kaum breit streuen.
Viele gemeinsam konnten es.

Eendragt Maakt Magt.

Eintracht macht stark.

Dieser erste Fonds war mehr als ein Finanzprodukt.
Er war ein Gedanke über Gemeinschaft.
Über Risikoteilung.
Über Zugang.
Über Zukunft.

Genau deshalb wirkt die Vergangenheit heute so modern.

Denn überall wird von Warum gesprochen.

Bei Investment beginnt das Gespräch oft erstaunlich schnell mit Produkt, Kostenquote, App, Sparplan, Index.

ETF.
Sparplan.
Weiter.

Die eigentlichen Fragen bleiben liegen.

Warum investiere ich überhaupt?
Welche Freiheit soll entstehen?
Welche Zukunft soll möglich werden?
Welche Unternehmen stecken dahinter?
Welche Welt finanziere ich mit meinem Kapital?
Welche Risiken trage ich wirklich?
Welche Werte unterstütze ich?
Welche Verantwortung gehört zu meinem Vermögen?

Kapital ohne Warum wird Technik.

Kapital mit Warum wird Gestaltung.

Ritterlichkeit ist Ausdruck von Haltung.

Haltung ist ein Wertesystem, das sichtbar geworden ist.

Im Blick.
Im Wort.
Im Tun.
In der Verantwortung, wenn es darauf ankommt.

Werte geben dem Menschen Rückgrat.

Das Wort Wert führt in die Nähe von Würde, Bedeutung, Gewicht und Kostbarkeit.

Ein Wert beschreibt, was über den Preis hinaus Bedeutung trägt.
Was im Menschen wirkt, wenn niemand kontrolliert.
Was in Entscheidungen sichtbar wird.

Ritterlichkeit trägt genau diesen Kern.

Ritter kommt historisch vom Reiter, vom berittenen Kämpfer.
Ritterlichkeit wurde zu einem Ausdruck für edles, anständiges und faires Handeln.

Aus äußerer Rüstung wurde innerer Anspruch.

Heute braucht Investment genau diesen Anspruch.

Wer Kapital begleitet, braucht eine innere Rüstung, geschmiedet aus Werten.

Und er braucht einen Schild, der verlässlich schützt.

Auf diesem Schild stehen vier Worte:

Mut.
Weitsicht.
Urteilsvermögen.
Hingabe.

Mut kommt aus dem alten muot.
Darin liegen Gemütszustand, Leidenschaft, Entschlossenheit und innere Kraft.

Mut ist innere Klarheit im Gegenwind.
Mut bleibt bei Wahrheit stehen.
Mut geht den nächsten Schritt, wenn Bequemlichkeit den Rückzug empfiehlt.

Weitsicht verbindet Weite und Sicht.

Weite öffnet den Raum.
Sicht gibt Orientierung.
Weitsicht schaut über den nächsten Kursausschlag hinaus.
Weitsicht erkennt Richtung, bevor der Lärm des Tages alles übertönt.

Urteilsvermögen verbindet Urteil und Vermögen.

Urteil meint Einschätzung, Entscheidung und Unterscheidung.
Vermögen meint Fähigkeit.

Urteilsvermögen ist die Fähigkeit, Informationen, Erfahrung, Risiko und Verantwortung zu einem tragfähigen Gedanken zu verbinden.

Es hört zu.
Es prüft.
Es ordnet.
Es trägt Verantwortung für Folgen.

Hingabe kommt von hingeben.

Hin.
Geben.

Sich einer Sache widmen.
Mit Ernst.
Mit innerer Beteiligung.
Mit Dienst am Menschen.

Hingabe macht aus Arbeit Berufung.
Aus Beratung Begleitung.
Aus Wissen Verantwortung.

So entsteht Investmentritterlichkeit.

Aus großer Kraft erwächst große Verantwortung.

Kapital ermächtigt.
Kapital bewegt.
Kapital kann aufbauen, zerstören, beschleunigen, bewahren.

Thor erinnert daran:

Ein Hammer ist Kraft.
Würdigkeit entscheidet über seinen Sinn.

Mjölnir liegt schwer in der Hand.
Er ist Symbol für Macht.
Für Schutz.
Für Auftrag.
Für Verantwortung.

Wer ermächtigt ist, trägt Verantwortung.

Das gilt für Unternehmer.
Das gilt für Berater.
Das gilt für Menschen, die Kapital bewegen.

Ausgerechnet in einer Zeit maximaler Information wird häufig minimal hinterfragt.

Viele Menschen kennen die TER ihres ETFs.
Aber sie kennen die größten Positionen kaum.

Viele sprechen über Diversifikation.
Und investieren hoch konzentriert in amerikanische Technologieunternehmen.

Viele sprechen über Passivität.
Und übersehen, dass auch ein Index Regeln hat.

Gewichtungen.
Ausschlüsse.
Mechanismen.
Entscheidungen.

Ein ETF kann ein Werkzeug sein.

Vielleicht sogar ein passiver Hammer.

Doch auch ein Hammer braucht eine Hand.

Werkzeug kommt aus Werk und Zeug.

Werk meint Wirken, Schaffen, Hervorbringen.
Zeug meint Gerät, Stoff, Ausrüstung.

Werkzeug ist Gerät zum Wirken.

Philosophisch gehört die Hand dazu.

Manus.

Und das Handeln.

Agere.

Tun.
Treiben.
In Bewegung setzen.

Ein Werkzeug ohne Hand bleibt Material.
Ein Werkzeug ohne Haltung bleibt Technik.
Ein Werkzeug ohne Urteilskraft wird gefährlich einfach.

Eine App baut keine Finanzbiografie.

Ein Algorithmus trägt keine Verantwortung für ein Leben.

Ein Chart hält keine Hand, wenn Angst im Raum steht.

Genau dort beginnt unsere Investmentphilosophie.

Mit Menschen.
Von Menschen.
Für Menschen.

Vertraue Dein Geld einem Menschen an, dessen Charakter tragfähig ist.

Performance erzählt Vergangenheit.

Charakter trägt Zukunft.

Die Ökonomie der Fairness trägt diesen Gedanken im Kern.

Ökonomie kommt über lateinisch oeconomia aus dem griechischen oikonomos.

Oikos bedeutet Haus.
Nemein meint zuteilen, verwalten, ordnen.

Ökonomie beginnt also im Haus.
Im Lebensraum.
Dort, wo Menschen wohnen, arbeiten, teilen, bewahren und Zukunft vorbereiten.

Ökonomie fragt nach Ordnung.
Nach Maß.
Nach Umgang mit Ressourcen.
Nach Verantwortung für das Ganze.

Fairness kommt aus dem englischen fair.

Fair meint anständig, gerecht, ehrlich, angemessen.

Fairness ist Maß im Umgang mit Interessen.
Fairness schützt Beziehung vor bloßer Durchsetzung.
Fairness gibt Leistung einen menschlichen Rahmen.
Fairness bewahrt Würde, wo Macht wirkt.

Menschlichkeit steht in der Nähe von Humanitas.

Humanitas meint Menschlichkeit, Bildung des Herzens, Würde, Güte und Anstand.

Menschlichkeit macht Wirtschaft bewohnbar.

Menschlichkeit gibt Kapital Richtung.

Menschlichkeit bewahrt den Menschen im wirtschaftlichen Handeln.

Damit sind wir beim tecis Wappen.

Ein Wappen ist ein Zeichen für Herkunft.
Für Zugehörigkeit.
Für Anspruch.
Für Verpflichtung.

Das Schild im Wappen steht für Schutz.
Für Verlässlichkeit.
Für Verantwortung.
Für die Zusage, in entscheidenden Momenten da zu sein.

In meiner Arbeit steht das tecis Wappen für eine Beratungskultur, die wirtschaftliches Handeln menschlich macht.

Das Wappen erinnert daran:

Beratung trägt Vertrauen.
Beratung ordnet Zukunft.
Beratung begleitet Entscheidungen mit Lebenswirkung.

Im Wappen verdichtet sich die Trisemetrik.

Zwei Werte stehen in Spannung.
Der dritte Wert verbindet sie.

Ökonomie fragt nach Leistung.
Nach Ertrag.
Nach Zukunftsfähigkeit.
Nach Struktur.
Nach Wachstum.

Fairness fragt nach Maß.
Nach Anstand.
Nach Angemessenheit.
Nach Verantwortung.
Nach Würde.

Menschlichkeit verbindet beide.

Menschlichkeit gibt der Leistung ein Gewissen.
Menschlichkeit gibt der Fairness einen Boden.
Menschlichkeit gibt dem Kapital eine Richtung.

So wird aus dem Wappen ein innerer Kompass.

Ökonomie braucht Menschlichkeit.
Fairness braucht wirtschaftliche Tragfähigkeit.
Menschlichkeit bringt beide in Ordnung.

Das ist der dritte Wert.

Das ist Trisemetrik.

Das ist Ökonomie der Fairness.

Kapital ist nie neutral.

Kapital entscheidet mit über Innovation.
Über Arbeitsplätze.
Über Technologie.
Über Klima.
Über Versorgung.
Über Eigentum.
Über Bildung.
Über die Welt, in der unsere Kinder leben werden.

Deshalb glauben wir an aktives Denken.

An Menschen, die Unternehmen analysieren.
Mit Vorständen sprechen.
Geschäftsmodelle verstehen.
Risiken einordnen.
Entwicklungen hinterfragen.
Verantwortung übernehmen.

Ein ETF kann Bestandteil einer sinnvollen Strategie sein.

Eine echte Investmentstrategie braucht mehr.

Zeit.
Struktur.
Risikomanagement.
Diversifikation.
Rebalancing.
Begleitung.
Und manchmal ein ruhiges Gespräch, wenn die Börse verrücktspielt und plötzlich alle Experten werden.

An dieser Stelle beginnt auch die Kostendiskussion.

Kosten sind wichtig.

Einseitigkeit wird gefährlich.

Wer in dieser Welt verdienen will und zugleich erwartet, dass Wertarbeit anderer kostenlos verfügbar ist, lebt in einem wirtschaftlichen Widerspruch.

Jeder möchte für eigene Leistung Anerkennung.
Für eigene Arbeit Vergütung.
Für eigene Verantwortung Respekt.
Für eigenes Risiko Ertrag.

Bei der Beratung anderer Menschen soll plötzlich alles fast nichts kosten.

Das wirkt wie Kostenbewusstsein.

In Wahrheit ist es ein Trugschluss.

Ein Preis sagt wenig, wenn der Wert dahinter unklar bleibt.

Was kostet schlechte Beratung?
Was kostet falsche Risikoeinschätzung?
Was kostet Panik im falschen Moment?
Was kostet ein Depot ohne Architektur?
Was kostet ein Produkt ohne Begleitung?
Was kostet eine Entscheidung, die nur billig war?

Der häufig John Ruskin zugeschriebene Gedanke bringt es auf den Punkt. Die Urheberschaft gilt historisch als unsicher, der wirtschaftliche Kern bleibt bemerkenswert stark.

In freier deutscher Übertragung:

Es ist unklug, zu viel zu bezahlen.
Es ist gefährlicher, zu wenig zu bezahlen.

Wenn Du zu viel bezahlst, verlierst Du etwas Geld.
Das ist alles.

Wenn Du zu wenig bezahlst, verlierst Du manchmal alles, weil das Gekaufte seine Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz des wirtschaftlichen Gleichgewichts verbietet es, wenig zu geben und viel zu bekommen.

Das funktioniert einfach nicht.

Wenn Du Dich mit dem billigsten Anbieter einlässt, solltest Du für das Risiko, das Du eingehst, etwas hinzurechnen.

Wenn Du das tust, hast Du meistens genug, um gleich etwas Besseres zu bezahlen.

Genau das gilt auch für Investment.

Billig ist ein Preis.

Wert ist eine Wirkung.

Teuer ist ebenfalls nur ein Preis.

Qualität zeigt sich in Verantwortung, Können, Klarheit, Begleitung und Wirkung.

Kapitalanlage verlangt Haltung.

Der Stoiker Seneca schrieb sinngemäß:

Der Mensch leidet oft stärker an seiner Vorstellung als an der Wirklichkeit.

Die Börse liefert dafür jeden Tag neue Beispiele.

Euphorie im Hoch.
Panik im Tief.
Meinung überall.
Haltung selten.

Der langfristige Investor denkt anders.

Er schaut auf große Bewegungen.

Demografie.
Globalisierung.
Globale Konvergenz.
Klimawandel.
Vermögensaufbau.

Diese Kräfte verändern Wirtschaft und Gesellschaft seit Jahrzehnten.

Kapital folgt diesen Entwicklungen.
Gute Beratung ordnet sie ein.
Werte geben ihnen Richtung.

Darum beginnt gute Kapitalanlage mit einer Frage.

Warum investiere ich?

Für Freiheit?
Für Selbstbestimmung?
Für Familie?
Für Zukunft?
Für Würde im Alter?
Für Gestaltungsmöglichkeiten?
Für ein Leben, das auch morgen noch Spielraum hat?

Beginne immer mit Warum.

Gerade bei Investment.

Vielleicht brauchen wir deshalb wieder mehr Investmentritterlichkeit.

Menschen mit Haltung.
Mit Geduld.
Mit Urteilskraft.
Mit Verantwortung.
Mit Hingabe.

Menschen, die verstehen:

Kapitalanlage ist eine Beziehung zur Zukunft.

Pars pro toto.

Der Teil dient dem Ganzen.

Und das Ganze dient dem Menschen.

Zum Schluss bleibt Zuversicht.

Zuversicht bedeutet festes Vertrauen auf eine positive Entwicklung in der Zukunft.

Zuversicht ist der Blick, der Zukunft möglich macht.

Finanzplanung aus Zuversicht entsteht aus dem Glauben an Zukunft.
Aus Vertrauen in den nächsten Schritt.
Aus Verantwortung für das Morgen.
Aus der tiefen Überzeugung, dass Kapital dem Menschen dienen muss.

„Zuversicht ist der Mut zur Zukunft, im Herzen getragen, im Alltag gelebt.“

Peter Heimböckel